Mineralwasser oder doch lieber Leitungswasser?

Warum bezahlen wir eigentlich nach wie vor eine Menge Geld für Mineralwasser aus Plastikflaschen, obwohl doch bestens trinkbares Wasser direkt aus der Wasserleitung kommt? Nun mag der eine oder andere einwenden, dass Wasser aus der Leitung nicht sprudelt. Dieses „Problem“ kann aber seit der Erfindung von Wassersprudlern für den privaten Einsatz ohne Probleme behoben werden. Darüber hinaus mach die Kohlensäure Mineralwasser nicht zu Mineralwasser. Wasser ohne Kohlensäure aus Mineralquellen ist schließlich auch Mineralwasser. Wir meinen oft, dass Wasser aus der Leitung bestimmt weniger rein und gesund sei als abgefülltes Mineralwasser aus Plastikflaschen. Dem ist allerdings (meistens) nicht so. Die Richtlinien für Leitungswasser sind in Deutschland nämlich strenger als die für Mineralwasser. Erstaunlich oder? An einem Punkt muss man allerdings vorsichtig sein. Das Leitungswasser an sich ist sauber und bedenkenlos trinkbar (und es schmeckt auch meistens sehr gut, je nach Region), allerdings sollte man sich sicher sein, dass im Haus keine Bleirohre verbaut sind. Das ist zwar seit den 70er Jahren verboten, aber in alten Häusern ist es durchaus möglich. Blei im Wasser ist gesundheitsschädlich und besonders Schwangere sollten vorsichtig damit sein. Ist man sich also nicht sicher, ob das saubere Leitungswasser auf dem Weg durch die Rohre in den eigenen vier Wänden mit Blei verunreinigt wird, der kann ab etwa 15 Euro einen Wassertest durchführen lassen. Informationen, wo dies möglich ist, bekommt man problemlos bei der Stadt.
Leitungswasser gesund und sauber

Ist Mineralwasser tatsächlich stärker mit Schadstoffen belastet als Leitungswasser?

Die Antwort lautet: Teilweise schon. Die Stiftung Warentest hat 30 Mineralwasser-Sorten getestet und in 10 davon Rückstände von Pestiziden gefunden. Die gefundenen Mengen waren zwar nicht bedenklich, aber bei Leitungswasser ist die Wahrscheinlichkeit, Pestizide zu finden, viel geringer. In der Mineral und Trinkwasserverordnung steht, dass Mineralwasser nur dann Mineralwasser genannt werden darf, wenn es aus einer staatlich anerkannten Quelle stammt, die durch mindestens eine schwer durchlässige Erdschicht vom Grundwasser getrennt und damit vor Verunreinigungen geschützt ist. Die zehn Mineralwassersorten, in denen Rückstände von Pestiziden gefunden wurden, dürften daher also eigentlich nicht als Mineralwasser sondern nur als Trink- oder Tafelwasser bezeichnet werden.

Umwelthormone aus PET-Flaschen

Zusätzlich zu der Verunreinigung durch das Grundwasser können sich aus den PET-Flaschen hormonähnliche Substanzen lösen und in das Wasser gelangen, was auch in Studien nachgewiesen wurde. Allerdings hält das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) diese nicht für ausreichend als Nachweis, dass die Umwelthormone im Mineralwasser von den PET-Flaschen stammen.
Bild von PET Flasche

Neben den Umwelthormonen geben PET-Flaschen Acetaldehyd ab. Das schmeckt man auch, besonders, wenn die Flasche heiß wird oder das Wasser schon lange in der bereits geöffneten Flasche steht. Ob Acetaldehyd der Gesundheit schadet, ist noch längst nicht klar. Aber selbst wenn nicht: Lecker ist es nicht.
Umwelthormone und Acetaldehyd finden sich übrigens nicht in Leitungswasser. Dieses ist das am strengsten kontrollierte Wasser in Deutschland. Darüber hinaus entsteht durch Leitungswasser kein Berg an Plastikmüll und es muss auch nicht mit LKWs quer durch Deutschland transportiert werden. Auch vom Umweltaspekt her schlägt Leitungswasser also Mineralwasser.

Aber die Mineralien sind doch bestimmt gesund!

Ja, das sind sie, allerdings sind die Mengen, die davon in Mineralwasser vorhanden sind, so gering, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Auch dieser Grund, ein vielfach teureres, stärker mit Pestiziden belastetes Mineralwasser aus umweltschädlichen, hormonbelasteten, nicht geschmacksneutralen Plastikflaschen zu trinken, entfällt also. Wer also etwas für die Umwelt, seine Gesundheit und seinen Geldbeutel tun will, der sollte sich ernsthaft überlegen, ob er nicht lieber Leitungswasser statt Mineralwasser trinken möchte. Und wenn es sprudeln soll, dann besorgt man sich eben einfach einen Wassersprudler.

Müllbekämpfung im Nordostatlantik nimmt konkrete Formen an

Wie wir in diesem Blog vor einigen Monaten berichteten, ist die Problematik von Müll in den Meeren – besonders durch Plastikmüll – immens und wächst stetig. Meerestiere fressen den Müll, der in den Meeren landet, sie werden krank und verenden qualvoll oder sie verfangen sich in Plastiktüten und verenden ebenfalls. Dadurch, dass Fische, Seevögel und andere Meereslebewesen den Müll fressen, gelangt dieser in die Nahrungskette und schließlich auch in unserem Essen. Die Problematik hat inzwischen eine extreme Dimension angenommen und verschiedene Nationen haben begonnen, sich dieses Problems anzunehmen. Endlich, muss man sagen. Im OSPAR-Aktionsplan tun sich nun alle Anrainerstaaten des Nordostatlantiks zusammen, um die Vermüllung der Meere zu stoppen und bereits vorhandenen Müll so gut es geht zu entfernen. Auch Deutschland gehört zu diesen Staaten, gehört doch die Nordsee ebenfalls zum Nordostatlantik. Natürlich ist nicht nur der Nordostatlantik von der Müllproblematik betroffen, aber man kann über jeden Versuch glücklich sein, der sich des Müllproblems annimmt.

Ausmaß der Verschmutzung durch Plastikmüll

Jährlich werden 260 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt. Davon landen rund 10 Prozent in den Meeren und ein Ende der Verschmutzung ist trotz Warnungen von Umweltorganisationen nicht in Sicht. Inzwischen gibt es ganze Kontinente aus Plastikmüll in den Ozeanen, die dicht unter der Wasseroberfläche treiben und von Meerestieren gefressen werdenoder in denen diese verenden. Es kommt zu diesen Ansammlungen von Plastikmüll, da die großen Meeresströmungen dafür sorgen, dass sich der Müll an zentralen Stellen der Ozeane, den sogenannten Meereswirbeln, sammelt. Im Nordpazifik beispielsweise existiert ein Müllteppich von ca. 3 Millionen Quadratkilometern Größe in 10 bis 30 Metern Tiefe. Das ist etwa die doppelte Fläche von Alaska und die 8,5-fache Fläche von Deutschland. Plastikmüll braucht sehr lange, bis er sich auflöst. Eine Plastiktüte benötigt etwa 20 Jahre und eine Plastikflasche 450 Jahre und wenn sie sich dann aufgelöst haben, sind sie natürlich nicht weg, sondern verschmutzen in Form von Mikroplastik die Meere weiter. Der Meeresökologe Richard Thompson hat an Stränden in Südengland das Vorkommen von Mikroplastik untersucht und ist dabei zu erschreckenden Ergebnissen gekommen. So besteht an manchen Stränden bereits jedes zehnte Sandkorn aus Mikroplastik.

Eine Möwe Umweltverschmutzung Nordsee

Vermüllung der Meere muss gestoppt werden

Wichtige Entschlüsse auf der OSPAR-Jahrestagung

OSPAR ist ein völkerrechtlicher Vertrag zum Schutz der Nordsee und des Nordostatlantiks. Ende Juni fand in Portugal die OSPAR-Jahrestagung statt. Auf dieser einigten sich die Anrainerstaaten des Nordostatlantiks auf einen „regionalen Aktionsplan“, der Maßnahmen umfasst, die helfen sollen, dass in Zukunft weniger Müll in den Nordostatlantik gelangt. Ebenfalls wurden Maßnahmen zur Beseitigung der bisherigen Verschmutzung durch Müll beschlossen. Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, erklärte, dass die immer weiter zunehmende Vermüllung eine massive Bedrohung für unsere Meeresökosysteme darstelle und dass es höchste Zeit sei, zu handeln. Der regionale Aktionsplan von OSPAR sei bereits ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und er hoffe, dass im Frühjahr 2015 bei der Ostseekooperation HELCOM ein weiterer regionaler Aktionsplan verabschiedet werde.
Angesichts des katastrophalen Zustands unserer Meere ist dringend zu hoffen, dass es nicht bei Beschlüssen bleiben wird, sondern dass diese auch konsequent umgesetzt werden.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit http://www.bmub.bund.de

Fairtrade Universitäten – Die Uni des Saarlandes in Saarbrücken macht den Anfang

Neben Fairtrade-Towns und Fairtrade-Schools gibt es inzwischen auch Fairtrade-Universities. Als erster Universität Deutschlands wurde am 19. Mai der Universität des Saarlandes in Saarbrücken der Titel Fairtrade-University verliehen. Das Ziel dieser neuen Kampagne ist es, Universitäten dazu zu bewegen, den fairen Handel zu unterstützen und ein Umdenken in Gang zu bringen. Die Hochschulen sollen Fairtrade-Produkte anbieten und so mit gutem Beispiel vorangehen, was wiederum auch die Studierenden beeinflussen kann. An der Universität Saarbrücken haben sich Studierendenschaft, Verwaltung, Gastronomie und Geschäfte per Hochschulbeschluss darauf geeinigt, gemeinsam den fairen Handel zu fördern. Die Kampagne Fairtrade-University, zu der der Startschuss nun mit einer großen Feierlichkeit an der Uni Saarbrücken gefallen ist, läuft bundesweit.

Fairtrade Produkte Univertitäten

Fairtrade-Universities – Voraussetzungen

Seit dem Sommersemester 2014 können sich Hochschulen in Deutschland um den Titel Fairtrade University bei Fairtrade Deutschland bewerben. Grundsätzlich kann sich jede Hochschule des Landes bewerben. Damit die Bewerbung Erfolg haben kann, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. So müssen sich die Studierendenschaft, die Verwaltung, die Gastronomie und die Geschäfte einer Hochschule zusammentun und beschließen, das Bewusstsein für Fairen Handel zu schärfen und mit konkreten Aktionen den fairen Handel zu unterstützen.
Insgesamt gibt es fünf Kriterien, die allesamt erfüllt sein müssen, damit die Bewerbung erfolgreich sein kann:

  1. Es muss ein Hochschulbeschluss gefasst werden, dass die Kriterien der Fairtrade-University erfüllt werden sollen.
  2. Es muss eine Steuergruppe gegründet werden, die die Aktivitäten bis zur Anerkennung als Fairtrade-University koordiniert.
  3. Bei Sitzungen und Veranstaltungen müssen Fairtrade-Produkte angeboten werden.
  4. Auf dem Campus müssen Fairtrade-Produkte angeboten werden (in mindestens 50 Prozent der Läden und gastronomischen Betriebe mindestens jeweils zwei Produkte)
  5. Auf dem Uni-Campus finden regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Fairtrade statt.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht der Auszeichnung an sich nichts mehr im Wege.

Fairtrade University Kaffee

Vorteile der Fairtrade-Auszeichnung

Unis, die die Auszeichnung „Fairtrade-University“ tragen, profilieren sich damit als innovative Hochschulen, die für fairen Handel und Nachhaltigkeit einstehen und damit einen wertvollen Beitrag zur Zukunft unseres Planeten leisten. Zusätzlich fördert die Teilnahme an der Kampagne den interdisziplinären Austausch an der Hochschule und vernetzt diese mit anderen Fairtrade-Unis, Fairtrade-Schulen und Fairtrade-Städten. Darüber hinaus dürfte eine solche Auszeichnung Unternehmen, denen fairer Handel am Herzen liegt, dazu animieren, in Forschung und Lehre von als fair ausgezeichneten Unis zu investieren. Eine gute Sache für alle Seiten also.

Die ecotastic-App – Ansporn zu nachhaltigem Handeln

Mit Hilfe einer App umweltgerechter Handeln und belohnt werden

Wer kennt es nicht? Die guten Vorsätze, sich nachhaltiger und umweltfreundlicher zu verhalten, sind da und die Umwelt ist einem eigentlich ein großes Anliegen, aber…! Leider scheitern die meisten von uns trotz guten Willens bei der praktischen Umsetzung. Oft fehlt einfach die Motivation und das Auto zu nehmen ist ja doch auch komfortabler als die Bahn, die dann auch noch regelmäßig zu spät kommt. Eine spannende Möglichkeit, um diesem Dilemma zu entgehen, ist die ecotastic-App. Durch diese bekommt der Einsatz für die Umwelt und nachhaltiges Verhalten einen spielerischen Aspekt und die Möglichkeit, für seine Handlungen Punkte zu erhalten, die dann in Gutscheine umgetauscht werden können, spornt doppelt an.

So funktioniert das ecotastic-Belohnungssystem

Zunächst muss die ecotastic-App heruntergeladen werden und auf dem Smartphone installiert werden. Derzeit gibt es diese leider nur für Geräte mit dem Android-Betriebssystem, eine Version für Apple soll aber voraussichtlich folgen. Anmelden kann man sich entweder per Facebook-Account oder man legt einen neuen Account extra für ecotastic an. Dann kann es auch schon losgehen. Man fotografiert sich bei nachhaltigen Aktionen – zum Beispiel der Benutzung eines Thermobechers statt eines Pappbechers oder beim Benutzen der Rückseite von bereits beschriebenem Papier – und schickt die Bilder mit einer kurzen Beschreibung an ecotastic.
Thermobecher statt Pappbecher
Die Aktion wird anschließend von anderen Usern bewertet. Als je nachhaltiger sie bewertet wird, desto mehr Punkte gibt es. Pro Bild sind bis zu 20 Punkte möglich. Damit auch ein Anreiz da ist, die Bilder zu bewerten, erhält man auch dafür Punkte. Die gesammelten Punkte können dann gegen Gutscheine von Partnerunternehmen eingetauscht werden – von Brillen über Car-Sharing bis hin zu Online-Shops für Second-Hand-Mode. Zusätzlichen Anreiz schafft die Rangliste. Wer am Ende einer Woche die meisten Punkte gesammelt hat, bekommt 50 Extra-Punkte.

Was haben die Partnerunternehmen davon?

Die Partnerunternehmen legen allesamt großen Wert auf nachhaltiges Handeln auch in ihrem eigenen Tun und möchten mit ihrem Engagement einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ganz uneigennützig bieten sie die Gutscheine natürlich nicht an, denn durch die Vergabe von Gutscheinen erhöhen sie ihren Bekanntheitsgrad, werben Neukunden und es wirkt sich positiv auf ihre Reputation als umweltfreundliche Organisationen aus. Das ändert aber keinesfalls etwas daran, dass das Engagement dieser Unternehmen äußerst löblich ist.

Alles in allem ist das ecotastic-Belohnungssystem eine interessante Idee, um die Verbraucher spielerisch zu umweltfreundlicherem Verhalten anzuspornen. Warten wir es ab, ob diese Idee Schule macht.

GreenTec Awards 2014

Promis auf dem grünen Teppich

Am 04. Mai 2014 wurden in München zum siebten Mal die GreenTec Awards, Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis, verliehen. Die Verleihung fand im Internationalen Congress Center München statt und zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Medien und Wirtschaft ließen sich dort blicken. Insgesamt mehr als 1000 geladene Gäste und 100 Journalisten wohnten der Verleihung bei. Der Abend war zugleich Auftaktgala zur Messe IFAT, der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- & Rohstoffwirtschaft.

Prominente wie der Chef des Bundeskanzleramtes Peter Altmaier, der eine der Eröffnungsreden hielt, EU-Kommissar für Energie Günther Oettinger, die ehemalige Schwimmweltmeisterin Franziska van Almsick, der Umweltaktivist David Mayer de Rothschild, der Geschäftsführer von Borussia Dortmund Hans-Joachim Watzke und die Moderatorin und Schauspielerin Nova Meierheinrich tummelten sich auf dem grünen Teppich . Für die musikalische Untermalung sorgte Rea Garvey, der Kostproben seines neuen Albums zum Besten gab und den Spezialpreis „Music“ an den Künstler Schiller für sein musikalisches Engagement für die Natur übergab.
Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei der GreenTec

Welche Preise wurden 2014 verliehen?

Die GreenTec Awards wurden erstmalig 2008 verliehen, um ökologisches Engagement und Begeisterung für Technologie zu wecken. Initiatoren der Veranstaltung sind die Ingenieure Sven Krüger und Marco Voigt. In diesem Jahr wurden die GreenTec Awards in insgesamt neun Kategorien verliehen: Automobilität, Bauen & Wohnen, Energie, Lifestyle, Kommunikation, Produktion, Recycling & Ressourcen, Wasser & Abwasser und Luftfahrt. Darüber hinaus wurden sechs Sonderpreise verliehen: IFAT Environmental Leadership Award, Music, Galileo Wissenspreis, WWF, intelligent urbanization und Start-up.
Passend zum Thema der Awards wurde viel Wert darauf gelegt, dass diese so umweltfreundlich wie möglich durchgeführt werden. Dafür wurden mehr als 100 Partner, 60 Botschafter und 38 Aussteller mit ins Boot geholt. Ein löblicher Ansatz für eine wichtige, Nachhaltigkeit hoffentlich voranbringende Veranstaltung.

Die Preisträger der GreenTec Awards im Überblick

  • Kategorie Lifestyle: Bio-Natur-Strohhalme von bio-strohalme.com, die mit natürlichen Strohalmen dem wachsenden Plastikberg entgegenwirken.
  • Kategorie Automobilität: RUBIN von Continental Reifen Deutschland GmbH fördert Anbau und Nutzung von Löwenzahn zur Kautschukgewinnung.
  • Kategorie Bauen & Wohnen: Carbon Concrete Composite (C3) der TU Dresden, Institut für Massivbau mit einem neuen Materialverbund von Hochleistungsbeton und Carbon.
  • Kategorie Luftfahrt: E-PORT AN – Elektromobilität am Flughafen Frankfurt von Lufthansa Group, Fraport AG, Land Hessen und Modellregion Elektromobilität Rhein-Main für die wesentliche Verringerung von Bodenemission bei der Flugzeugabfertigung.
  • Kategorie Kommunikation: Strom09 – Volle Pulle Zukunft mit dem BVB von LichtBlick SE, eine Zusammenarbeit mit dem BVB mit dem Ziel, jährlich 25.000 Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen.
  • Kategorie Energie: Der Batteriepark von Younicos integriert gemeinsam mit dem Ökostromanbieter WEMAG mehr erneuerbare Energien in die existierende Stromnetze.
  • Kategorie Produktion: Fabrik der Zukunft – Intelligente Verknüpfung von Produktion und Gebäude von Weidmüller Interface GmbH & Co. KG zeigt mit seinem Produktionsgebäude, dass bei der Produktion bis zu 95 Prozent Energie gespart werden kann.
  • Kategorie Recycling & Ressourcen: Verbundmaterialien auftrennen mit Mikroemulsion von Saperatec GmbH ist eine technische Innovation auf dem Gebiet der bisher nicht möglichen Trennung und Verwertung von Wertstoffen.
  • Kategorie Wasser & Abwasser: PUROO, die Stromspar-Kleinkläranlage von ATB Umwelttechnologien GmbH, die mindestens 50% weniger Strom verbraucht als herkömmliche Anlagen, deren Schwächen überwindet und weniger elektronische Bauteile benötigt.

Balkonbienen GreenTec

Die Sonderpreise der GreenTec Awards:

  • Sonderpreis IFAT Environmental Leadership Award: Club of Rome für sein langjähriges Engagement für eine nachhaltige Zukunft.
  • Sonderpreis Music: Schiller für seine Songs, die das Umweltbewusstsein stärken.
  • Sonderpreis Galileo Wissenspreis (ProSieben): Balkonbienen – Ein urbanes Zuhause für Bienenvölker und Balkonbienen bietet Balkonbesitzern die Möglichkeit, Bienen zu züchten und Honig selbst herzustellen.
  • Sonderpreis intelligent urbanization: Danfoss’ Energieeffiziente Nutzung von Abwärme im Fernwärmenetz der chinesischen Stadt Anshan.
  • Sonderpreis Start-up: akvoFloatTM von akvolution GmbH ist ein Projekt zur preiswerten Meerwasserentsalzung.
  • Sonderpreis WWF: Stadtbiene 2.0 von o’pflanzt is! e. V. ist ein städtischer Landschaftsgarten, in dem Bienen ökologisch gehalten werden und der auch Futter- und Nistmöglichkeiten für Wildbienen und Hummeln bietet.

Ressourcenverschwendung? Nein danke!

Abfall sammeln für neue Produkte – Terracycle

Zwar werden in Deutschland Flaschen und Papier recycled, ein großer Anteil des Mülls wird jedoch weiterhin verbrannt. Daran hat auch der Grüne Punkt nicht viel geändert, denn auch ein großer Teil der Verpackungen, die im gelben Sack landen, werden größtenteils nicht recycled, sondern ebenfalls verbrannt. Damit mehr wertvolle Rohstoffe wiederverwertet werden können, arbeitet das Unternehmen TerraCycle seit 2001 daran, Menschen zu motivieren, schwer recyclebare Bestandteile ihres Mülls zu sammeln und an TerraCycle zu schicken. Aus diesen Verpackungen werden dann durch Recycling und Upcycling neue Produkte. 2001 vom damals 20-jährigen Tom Szaky in den USA gegründet, ist TerraCycle heute eines der weltweit am schnellsten wachsenden umweltfreundlichen Unternehmen und arbeitet mit über 30 der größten Firmen der Welt zusammen, um das Recycling der eigenen Produkte zu finanzieren.
Müll Recycling TerraCycle

Wie funktioniert das TerraCycle-Programm?

Das Prinzip von TerraCycle ist ganz einfach. Man sammelt zum Beispiel leere Zahnpastaverpackungen und schickt diese an das Unternehmen. Dafür werden dem eigenen Account Punkte gutgeschrieben, mit denen man ökologische oder gemeinnützige Projekte unterstützen kann, wie zum Beispiel einen Baum pflanzen oder mittellose Kinder in Deutschland mit Lernmaterialien ausstatten. Aus dem eingesendeten Müll werden dann bei TerraCycle durch Recycling oder Upcycling neue, nachhaltige Produkte hergestellt.
Für den Versand des Mülls kann auf der Homepage über den eigenen Account eine kostenlose Versandmarke angefordert werden, sodass das Versenden des Mülls für den Sammler kostenfrei bleibt.

TerraCycle-Produkte

In Deutschland gibt es bisher noch keine Produkte, die von TerraCycle verkauft werden. In den USA dagegen ist die Produktpalette bereits äußerst breit und reicht von stylishen Uhren über Taschen bis hin zu Parkbänken. Alle US-Produkte findet ihr hier. Derzeit sammeln in Deutschland noch nicht genug Leute Müll für TerraCycle, um eine große Produktpallette anbieten zu können. Je mehr es aber werden, desto mehr tolle Produkte werden auch hier erhältlich sein. Sind diese Produkte dann am Ende ihrer Lebenszeit angelangt, können sie erneut an TerraCycle geschickt werden und es werden Punkte dafür gutgeschrieben.
TerraCycle ist ein erfolgreiches, unterstützenswertes Konzept und es wäre wünschenswert, wenn dieses auch in Deutschland ähnlich erfolgreich würde wie in den USA.

Pflanzliche Kosmetik

Veganismus und Kosmetik

Der Veganismus ist auf einem Siegeszug. Weltweit beschließen immer mehr Menschen vegan zu leben. Dies ist vor allem auf den einfachen Zugang zu Informationen und die sich verbreitende Aufklärung über den Veganismus zurückzuführen. Ein Großteil der Veganer konzentriert sich allerdings nur auf eine vegane Ernährung. Viele Personen denken gar nicht daran, dass auch Bereiche im Textilsegment sowie Medikamente und Kosmetikprodukte mit tierischen Nebenprodukten durchsetzt sind. Der steigende Einfluss des veganen Lebensstils kann auch daran erkannt werden, dass sich immer mehr große Beauty-Unternehmen zur Produktion veganer Kosmetik entscheiden.

Kosmetik vegan

Die Herstellung von Kosmetik unter veganen Gesichtspunkten

Zahlreiche Kosmetikartikel werden mit tierischen Produkten hergestellt. Zahnpasta wird mit Knochenmehl produziert. Bodylotions werden mitunter mit Östrogenen schwangerer Stuten “aufgepeppt” und Lippenstifte werden mit Rinderfett geschmeidig gehalten. Diese Inhaltsstoffe klingen abstoßend: Leider sind diese allzu oft in Kosmetikprodukten enthalten. Eine klare Benennung dieser tierischen Nebenprodukte erfolgt nur selten. Immer mehr Personen entschließen sich Kosmetika ohne tierische Nebenprodukte zu nutzen. Diese sind heutzutage massenhaft auf dem Markt vorzufinden und stehen herkömmlichen Produkten in nichts nach.

Die Auswahl in Kaufhäusern ist leider noch recht begrenzt: Im Internet können aber dennoch zahlreiche Produkte vorgefunden werden. Eine vegane Lebensweise sollte sich nicht nur auf die Ernährung beschränken: Es sollte immer versucht werden komplett ohne tierische Produkte auszukommen. In der Kosmetikbranche werden vor allem tierische Fette, Emu- und Nerzöl, Wollwachs, Östrogene und Knochenmehl verwendet.

Marken, die tierfreie Produkte führen, sind unter anderem:

  • Die DM-Marken Alverde und zum Teil auch Sundance
  • Weleda (nicht das gesamte Sortiment, weitere Hinweise auch hier)
  • Neobio mit dem Großteil seines Sortiments
  • Bach®-Blüten sind bei kleinen Beschwerden eine Alternative zu Medikamenten und tierfrei

Die Liste könnte noch weiter fortgeführt werden. Wie gesagt ist es einfach immer wichtig, die „versteckten“ Inhaltsstoffe zu kennen und sich zu informieren.
Veganer Lippenstift

Siegel sorgen für Klarheit

In herkömmlichen Kosmetika werden zahlreiche tierische Inhaltsstoffe verwendet. Die Liste der tierischen Inhaltsstoffe ist lang. Diese können für Laien nicht immer auf den ersten Blick erkannt werden. Oftmals sind die tierischen Produkte mit lateinischen Namen oder Fachbegriffen versehen. Wer beim Kauf auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf vorhandene Vegan-Siegel achten. Anerkannte Logos garantieren eine Produktion ohne tierische Inhaltsstoffe. Die beiden bekanntesten Vegan-Siegel sind die Veganblume und das Siegel “Cruelty free and vegan”. Während die Veganblume von der englischen Vegansociety stammt, ist das zweite Siegel auf die PETA USA zurückzuführen. Bei der Auswahl der veganen Produkte ist zu beachten, dass diese nicht automatisch Bio- oder Naturkosmetik darstellen. Dafür existieren eigene Siegel. Grundsätzlich sollte vor einem Kauf immer auf die Inhaltsstoffe geachtet werden. Deren Bedeutung kann bei Zweifeln schnell im Internet recherchiert werden.

Mikroplastik aus Kosmetikartikeln bedroht Flora und Fauna

Mikroplastik – die schleichende Umweltkatastrophe

An den Küsten der Meere und an den Ufern der Seen und Flüsse finden sich mehr und mehr Plastikteile, die dort angeschwemmt werden. Diese Verschmutzung mit Alltagsgegenständen aus Kunststoff ist mit bloßem Auge deutlich zu sehen. Kaum zu erkennen, aber nicht weniger häufig oder gefährlich ist die Verschmutzung der Gewässer mit mikroskopisch kleinen Plastikpartikeln – auch Mikroplastik genannt. Diese Partikel sind kleiner als 5 Millimeter und stellen eine große Bedrohung für Flora und Fauna da, denn sie ziehen Umweltgifte an und werden von Meeresorganismen aufgenommen. Befinden sich diese winzigen Kunststoff-Partikel einmal in der Umwelt, sind sie nicht wieder vollständig zu entfernen. Der BUND setzt sich daher nachdrücklich für ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika und anderen Produkten ein. Notwendig ist die Verwendung von Mikroplastik nämlich in den meisten Fällen nicht.
Zahnpasta mit Plastikpellets

Primäres und sekundäres Mikroplastik

Es werden zwei Arten von Mikroplastik unterschieden: primäres und sekundäres Mikroplastik. Unter primärem Mikroplastik versteht man Kunststoffpellets, die industriell weiterverarbeitet werden. Diese finden sich zum Beispiel in Form von feinem Plastikgranulat als Massageperlen in Duschgel und in Zahnpasta. Sekundäres Mikroplastik entsteht dann, wenn größere Kunststoffteile zerfallen, zum Beispiel durch den Einfluss von Wellen, Wind und Sonneneinstrahlung. Sie lösen sich also wieder in die Kunststoffpellets auf, aus denen sie hergestellt wurden.

Wie schadet Mikroplastik der Umwelt?

Da die Klärwerke Plastikpellets nicht aus dem Wasser herausfiltern können, landen sie in großen Mengen im Meer. Dort werden Sie zusammen mit Schadstoffen von Meerestieren gefressen, die mit der Zeit elendig verenden, da sie die Kügelchen nicht ausscheiden können. Ihre Mägen füllen sich mit den nährstofflosen Plastikpellets, weshalb die Tiere verhungern. Auch kommt es zu Darmverschlüssen und Verletzungen der Schleimhäute. Des Weiteren werden die an das Mikroplastik gebundenen Schadstoffe im Organismus freigesetzt. Durch Weichmacher wird zum Beispiel das Hormonsystem gestört und es kann zu Unfruchtbarkeit und Tumorbildung kommen.
Durch den Verzehr von Meerestieren gelangen Mikroplastik und Schadstoffe schließlich in den menschlichen Körper. Welche Auswirkungen dies genau auf den Menschen hat, ist bislang noch unbekannt. Gesund ist es aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht.

Wer sich gegen Mikroplastik engagieren will, sollte auf Artikel verzichten, die Mikroplastik enthalten: Liste mit Artikeln, die Mikroplastik enthalten

Greenpeace Studie zu Chemikalien in Kinderkleidung

Gift in Kinderkleidung – Teuer ist nicht gleich besser

Greenpeace hat im Rahmen seiner Detox-Kampagne Kinderkleidung von verschiedenen internationalen Marken auf giftige Substanzen getestet. Überraschend: Teure Kleidung ist keineswegs besser als preiswerte. Ob Luxus-Marke oder Billig-Firma – Kinderkleidung ist häufig mit krebserregenden oder hormonell wirksamen Stoffen belastet. Teilweise sind sogar bekannte Marken am stärksten betroffen. Als Beispiel dafür nennt Manfred Santen von Greenpeace einen getesteten Badeanzug von Adidas. An sich macht es tendenziell aber keinen Unterschied, ob Sie sich für den teuren Kinderbadeanzug von Burberry oder den billigen von Primark entscheiden. Die Belastung mit gefährlichen Substanzen ist in alle Preisklassen oft hoch. Greenpeace fordert daher diese Firmen auf, unbelastete Kleidung herzustellen und Kinder und Umwelt stärker zu schützen. Natürlich ist auch Kleidung für Erwachsene nicht sauber, jedoch sind die Giftstoffe für Kinder viel gefährlicher.

Gift in Kinderkleidung

Was kann ich tun, um mein Kind zu schützen?

Heutzutage gibt es glücklicherweise ein immer größer werdendes Angebot an ökologischer Mode. Es handelt sich bei ökologischer Mode inzwischen um kein Nischenprodukt mehr, sondern diese hat ihren festen Platz auf den Laufstegen dieser Welt. Auf der im Moment stattfindenden Fashion Week in Berlin wird Eco Fashion auf Fachmessen, Laufstehen und in Vorträgen präsentiert. Wenn Sie Ihr Kind vor schädlichen Giften in Kinderbekleidung schützen wollen, sollten Sie also zu ökologischer Mode greifen. Das Gleiche gilt natürlich auch für Ihre eigene Kleidung. Wie die Studie von Greenpeace „Kleine Monster im Kleiderschrank“ über Gift in Kinderbekleidung zeigt, ist der Weg in der konventionellen Herstellung zu sauberer Kleidung noch weit.
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Das Fairphone – Mit gutem Gewissen telefonieren und surfen

Die Schattenseiten der Smartphones

Heutzutage ist es vollkommen normal, ein Smartphone zu besitzen. Die meisten Besitzer sind sogar sehr vernarrt in ihre Geräte und können sich ein Leben ohne ihr Gadget nur schwer vorstellen. Leider sind die meisten Smartphones alles andere als umweltfreundlich und auch die Herstellungsbedingungen sind oftmals äußerst bedenklich. So werden bis zu 30 Metalle und Mineralien wie Cobalt, Zinn und Coltan zur Herstellung eines Smartphones benötigt. Einige dieser Minerale werden in Minen abgebaut, deren Gewinne in die Finanzierung von Armeen sogenannter Warlords fließen und so auch Bürgerkriege finanzieren. Und auch die Arbeitsbedingungen der zumeist asiatischen Arbeiter, die die Geräte zusammenbauen, sind oftmals keineswegs fair.

Fairphone – das Smartphone für ein gutes Gewissen

Seit 2013 gibt es eine kleine, niederländische Firma, die dem Smartphone-Einerlei ein faires Gerät entgegenhält – das Fairphone. Der Hersteller verspricht für dieses eine faire Produktion, möglichst konfliktfreie Ressourcen, Transparenz in der Herstellung, ein offenes System und Recycling für ausrangierte Fairphones. Darüber hinaus wird darauf verzichtet, ein USB-Ladegerät mitzuliefern, da viele Kunden ohnehin ein solches besitzen. So soll unnötiger Müll vermieden werden. Das Gleiche gilt für Headsets. Während viele Hersteller ein minderwertiges Headset mitliefern, das entweder gar nicht genutzt wird oder nach kürzester Zeit den Geist aufgibt, wird das Fairphone ohne Headset ausgeliefert.
Fairphone Bild - Faires Smartphone

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