Müllbekämpfung im Nordostatlantik nimmt konkrete Formen an

Wie wir in diesem Blog vor einigen Monaten berichteten, ist die Problematik von Müll in den Meeren – besonders durch Plastikmüll – immens und wächst stetig. Meerestiere fressen den Müll, der in den Meeren landet, sie werden krank und verenden qualvoll oder sie verfangen sich in Plastiktüten und verenden ebenfalls. Dadurch, dass Fische, Seevögel und andere Meereslebewesen den Müll fressen, gelangt dieser in die Nahrungskette und schließlich auch in unserem Essen. Die Problematik hat inzwischen eine extreme Dimension angenommen und verschiedene Nationen haben begonnen, sich dieses Problems anzunehmen. Endlich, muss man sagen. Im OSPAR-Aktionsplan tun sich nun alle Anrainerstaaten des Nordostatlantiks zusammen, um die Vermüllung der Meere zu stoppen und bereits vorhandenen Müll so gut es geht zu entfernen. Auch Deutschland gehört zu diesen Staaten, gehört doch die Nordsee ebenfalls zum Nordostatlantik. Natürlich ist nicht nur der Nordostatlantik von der Müllproblematik betroffen, aber man kann über jeden Versuch glücklich sein, der sich des Müllproblems annimmt.

Ausmaß der Verschmutzung durch Plastikmüll

Jährlich werden 260 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt. Davon landen rund 10 Prozent in den Meeren und ein Ende der Verschmutzung ist trotz Warnungen von Umweltorganisationen nicht in Sicht. Inzwischen gibt es ganze Kontinente aus Plastikmüll in den Ozeanen, die dicht unter der Wasseroberfläche treiben und von Meerestieren gefressen werdenoder in denen diese verenden. Es kommt zu diesen Ansammlungen von Plastikmüll, da die großen Meeresströmungen dafür sorgen, dass sich der Müll an zentralen Stellen der Ozeane, den sogenannten Meereswirbeln, sammelt. Im Nordpazifik beispielsweise existiert ein Müllteppich von ca. 3 Millionen Quadratkilometern Größe in 10 bis 30 Metern Tiefe. Das ist etwa die doppelte Fläche von Alaska und die 8,5-fache Fläche von Deutschland. Plastikmüll braucht sehr lange, bis er sich auflöst. Eine Plastiktüte benötigt etwa 20 Jahre und eine Plastikflasche 450 Jahre und wenn sie sich dann aufgelöst haben, sind sie natürlich nicht weg, sondern verschmutzen in Form von Mikroplastik die Meere weiter. Der Meeresökologe Richard Thompson hat an Stränden in Südengland das Vorkommen von Mikroplastik untersucht und ist dabei zu erschreckenden Ergebnissen gekommen. So besteht an manchen Stränden bereits jedes zehnte Sandkorn aus Mikroplastik.

Eine Möwe Umweltverschmutzung Nordsee

Vermüllung der Meere muss gestoppt werden

Wichtige Entschlüsse auf der OSPAR-Jahrestagung

OSPAR ist ein völkerrechtlicher Vertrag zum Schutz der Nordsee und des Nordostatlantiks. Ende Juni fand in Portugal die OSPAR-Jahrestagung statt. Auf dieser einigten sich die Anrainerstaaten des Nordostatlantiks auf einen „regionalen Aktionsplan“, der Maßnahmen umfasst, die helfen sollen, dass in Zukunft weniger Müll in den Nordostatlantik gelangt. Ebenfalls wurden Maßnahmen zur Beseitigung der bisherigen Verschmutzung durch Müll beschlossen. Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, erklärte, dass die immer weiter zunehmende Vermüllung eine massive Bedrohung für unsere Meeresökosysteme darstelle und dass es höchste Zeit sei, zu handeln. Der regionale Aktionsplan von OSPAR sei bereits ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und er hoffe, dass im Frühjahr 2015 bei der Ostseekooperation HELCOM ein weiterer regionaler Aktionsplan verabschiedet werde.
Angesichts des katastrophalen Zustands unserer Meere ist dringend zu hoffen, dass es nicht bei Beschlüssen bleiben wird, sondern dass diese auch konsequent umgesetzt werden.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit http://www.bmub.bund.de

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