Vegan in Barcelona – Teil 3

Silvester in Barcelona – immer wieder sehr schön. Das war bisher glaub ich mein dritter Jahreswechsel in katalanischen Metropole. Dieses Mal nicht am Strand und in der Innenstadt, sondern ganz besinnlich hoch über der City in den Bergen mit tollem 180 Grad Rundumblick auf die Lichter der Großstadt. Mal was anderes als die übliche Knallerei und in Verbindung mit einer Nachtwanderung über finstere Trampelpfade sogar ein klein wenig abenteuerlich (und matschig).

Der letzte Tag des Jahres begann mit einer Tour durch die Stadt mit einigen Zwischenstopps, um Einkäufe zu tätigen, Geschenke zu besorgen und sich selbst mit leckerem Kaffee volllaufen zu lassen. In diesem Fall fand der Koffeinschub im Starbucks auf der Passeig de Grácia statt. Dort gab es zwei Cappuccino mit Sojamilch. Dann ging es weiter zu Fuß bis runter zum Plaça Catalunya, wo wir einen Abstecher in eines der größten spanischen Kaufhäuser machten, dem El Corte Inglés. Da wir uns mit vier schweren Einkaufstüten zu beladen fühlten, um den langen Fußweg bergauf zu unserem Häuschen am Berg hoch über Barcelona zu schaffen, besorgten wir auch gleich noch einen Trekkingrucksack. Da so viel Shopping hungrig macht, landeten wir bald darauf im Juicy Jones, dieses Mal das kleinere Restaurant in der Cardenal Casañas, parallel zur Rambla im gotischen Vietel gelegen.

Vegan essen im „kleinen“ Juicy Jones

Auch das kleine Juicy Jones ist sehr bunt und wirkt auf den ersten Blick mehr wie eine schmale Saftbar und nicht wie ein ganzes Restaurant. Doch kaum eingetreten, werden wir gefragt, ob wir oben oder unten sitzen möchten. Unten meint eine Art fensterloses Kellergewölbe, das trotz bunter Bemalung und einer gewissen Enge einladend und gar nicht klaustophobisch wirkt.

Tatsächlich gefällt es uns dort besser, als im großen Juicy Jones. Die Atmosphäre ist einfach eine angenehmere und selbst die schrillen Farben, die einen überall von den Wänden anspringen, wirken nicht so störend wie in dem größeren Restaurant, sondern passen eigentlich recht gut zum Gesamtkonzept des Juicy Jones.

Wir bestellen uns einmal gebratene Kichererbsen mit dicken Bohnen und Champignonsalat und einmal ein Tofubaguette mit frischem Salat, Gemüse und Ingwerdressing. Dazu zwei „Zumos del dia“, bestehend aus Apfel, Guave und Weintraube – sehr erfrischend und superlecker.

Generell schmeckt das vegane Essen im Juicy Jones sehr gut. Die Speisen sind frisch zubereitet und die Qualität stimmt. Das Ganze gibt es für einen recht moderaten Preis.

Zum Abschluss gönnten wir uns noch zwei schwarze Tees mit Sojamilch und eine vegane Schokocreme und einen Karotten-Orangen-Kuchen – alles sehr lecker und zwar so sehr, dass wir erst daran dachten, ein Foto zu schießen, als schon über die Hälfte verputzt war. Eigentlich schade, denn es war alles sehr nett angerichtet.
Wir hatten außerdem das Glück, eine sehr nette Bedienung zu haben, die nicht nur zuvorkommend und freundlich war, sondern auch gleich noch mindestens 3 Sprachen perfekt beherrschte und uns im besten britischen Englisch das Menu erklärte.

Der Zwischenstopp im Juicy Jones war auf jeden Fall eine super Idee und so konnten wir dann gestärkt den etwas beschwerlichen Rückweg antreten. Bald darauf ging es dann auch schon langsam auf Mitternacht zu und wir machten uns auf, um das neue Jahr mit Blick auf das nächtliche Barcelona zu begrüßen. Geknallt wird in Spanien nicht, es gibt das Ritual, bei jedem der zwölf Glockenschläge eine Weintraube zu essen und sich dabei etwas zu wünschen. Ich glaube, das fast jeder sich mindestens einmal wünscht, nicht daran zu ersticken, da das Ganze etwas von Leistungssport hat. Es ist aber eine ganz schöne Idee und so haben wir das auch so gemacht, wobei ich leider nur bis zur achten Traube kam, bevor mich ein Lachanfall am Weiteressen hinderte. Der Ausblick dort oben war atemberaubend und es gibt wohl nicht sehr viele andere Arten, das neue Jahr so schön einzuläuten.

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