vegetarisch

Mehr als Salat

Seit der Gründung der englischen Vegetarian Society im Jahre 1847 ist der Begriff vegetarisch – abgeleitet von vegetable (Gemüse) allgemein gebräuchlich. Die deutsche Variante wurde nur 55 Jahre später – im Jahre 1892 – als Vegetarierbund Deutschland (VEBU) gegründet. Wie das englische Vorbild ist die Organisation bis heute sehr engagiert und aktiv. Die lange Tradition von Vereinen und Verbänden zeigt, dass die vegetarische Lebensweise keine Modeerscheinung ist und dass es sie nicht erst seit gestern gibt.

Vegetarier ernähren sich fleischlos und vorwiegend pflanzlich. Es gibt vier bekannte Formen der vegetarischen Ernährung: ovo-lacto-vegetarische Nahrung schließt Eier und Milch mit ein. Analog dazu kommen in der ovo-vegetarischen Ernährung Eier und in der lacto-vegetarischen Ernährung Milch mit auf den Speiseplan. Die vegane Lebensweise, die auch als strikter Vegetarismus bezeichnet wird, verzichtet nicht nur in der Ernährung, sondern in allen Lebensbereichen – soweit möglich – auf tierische Produkte.

Eine weitere Sonderform der Ernährung, die oft der vegetarischen Lebensweise zugeordnet wird ist die pescarische Ernährung. Pescarier verzichten auf Fleisch, konsumieren aber Fisch. Vegetarierverbände grenzen sich von dieser Lebensweise ab, da diese nur dann als vegetarisch bezeichnet werden könnte, wenn man bei der Wertigkeit von Lebewesen zwischen Land- und Wasserbewohnern unterscheiden, oder Fische in die Kategorie der Pflanzen aufnehmen würde. Eine humoristische Aufbereitung dieser falschen Zuordnung findet man auf Veggie-T-Shirts, auf denen ein Fisch mit einer Sprechblase abgebildet ist, die folgenden Inhalt hat: „I am not a vegetable!“

Es gibt unterschiedliche Motive des Vegetarismus. Ethische Motive sind etwa die Vermeidung von Massentierhaltung und Massentötungen von Tieren. Auch aus gesundheitlichen Gründen entscheiden sich viele Menschen für die vegetarische oder semivegetarische Ernährung, da die vegetarische Kost viele ungesättigte Fettsäuren und wenig Cholesterin enthält (eine Ausnahme sind Eier bei Ovo- oder Ovo-Lacto-Vegetariern). Wie bei der veganen Lebensweise spielen auch Umweltaspekte eine Rolle.

V-Label © Europäische Vegetarier Union

Zur Kennzeichnung vegetarischer Lebensmittel in Europa gibt es das so genannte V-Label der Europäischen Vegetarier Union. Lizensiert wurde es bereits 1996 und hat sich seitdem auf viele Länder ausgebreitet. Unter anderem: Deutschland, Österreich, Belgien, Großbritannien, Dänemark, Luxemburg, Niederlande, Finnland, Frankreich, Norwegen, Polen, Portugal, Slowakei, Spanien und die Schweiz. Zur Kennzeichnung veganer Produkte wird das Vegan-Label der Vegan Society verwendet. Daneben gibt es auch Siegel von Eigenmarken wie etwa das VEGAN-Siegel von Netto. Allerdings ist hier nicht gewährleistet, dass vegan auch drin ist, wo vegan drauf steht.

An der vegetarischen Ernährungsweise wird oft kritisiert, dass die tierischen Eiweiße fehlen, die der Körper dringend benötigt. Dieser Mangel kann aber problemlos durch Soja- oder Weizeneiweiß kompensiert werden. Im Bereich des Sports wird ohnehin mittlerweile Soja- und Weizeneiweiß zum Muskelaufbau empfohlen, weil der Körper dieses besser verarbeiten kann.

Was meint ihr? Ist vegetarisch Leben mehr als Salat essen? Wir sind gespannt auf eure Beiträge.

Trackbacks Kommentare
  • meldoy charlot mcbeth sagt:

    ich bin junge vegetarierin und tue alles in meiner macht stehende, um diese ganze tierquälerei und lebewesenessende schande NICHT zu unterstützen (d.h. vegetarische bio-produkte kaufen, strengster verzicht auf jedes tierisches fett beinhaltende nahrungsmittel usw.). ich möchte später, sobald ich unabhängig bin und ich die finanzielle möglichkeit habe, unbedingt in vegetarier-verbände eintreten, um zu helfen, diese grausamkeiten zu verhindern!!

    [ich habe übrigens noch eine frage, die ich hoffe, ehrlich beantwortet zu bekommen, sofern Sie(/ihr/du) sie beantworten können(/könnt/kannst)…: stimmt es, was mein orthopäde mal behauptet hat, dass ich schlimme gelenkprobleme bekommen könnte, wenn ich keine gelatine mehr zu mir nehme, weil sich die knochenschmiere abnutzt und der knorpel dann am knochen rumschrabbt? vielen dank für die antworten! (es ist dringend!]

    • Chris sagt:

      Hi Melody
      Dein Orthopäde erzählt, was er im Studium gelernt hat. Leider hat er seither nichts dazu gelernt, denn genauso gut könnte er dir erzählen, dass du bei Osteoporose Knochen essen solltest.
      Fakt ist: tierisches Protein schadet dem Körper. Wir sollen zwar täglich Fleisch essen und Milch trinken, Käse essen etc. aber die Krebserkrankungen nehmen jedes Jahr zu und sind noch vor dem Schlaganfall Volkskrankheit Nummer 2 nach den koronaren Herzkrankheiten, die sich ebenfalls direkt auf übermässigen Verzehr von tierischem Protein zurückführen lassen. Ich empfehle dir dieses Buch wärmstens: http://www.thechinastudy.de/ Es ist sehr wissenschaftlich geschrieben. Wenn du es etwas bildhafter magst: http://www.amazon.de/Ern%C3%A4hrung-f%C3%BCr-ein-neues-Jahrtausend/dp/3929475081
      In diesen Büchern findest du so gut wie alle Fakten zum Zusammenhang zwischen tierischem Protein und Krankheit.
      Und wenn du deinen Knochen und den Kühen und Kälber etwas Gutes tun willst, konsumiere keine Mich mehr (warum steht auch in den Büchern).

      Gruss aus CH
      Chris

  • admin sagt:

    Hallo Melody,

    soweit ich weiß, gehört Gelatine nicht zu den Nahrungsmitteln/Nährstoffen, die ein Mensch für eine gesunde, ausgewogene Ernährung benötigt. Gelatine ist für die Lebensmittelindustrie von Bedeutung, die sie für die Herstellung von z.B. Gummibärchen nutzt. Auch in der Pharmaindustrie (Tablettenhülsen) und bei z.B. Fotografie (Filmrolle und Fotopapire) wird Gelatine häufig eingesetzt. Sie wird meist aus Schweineschwarte gewonnen und muss erst hergestellt werden. Für den menschlichen Körper ist es wichtig all die Nährstoffe zu bekommen, die benötigt werden, speziell für die Knochen und Gelenke sind dies Nährstoffe wie Kalzium und Vitanmine D und E. Daher sollte man bei seiner Ernährung darauf achten, alle notwendigen Nährstoffe zu sich zu nehmen. Das ist bei vegetarischer und veganer Lebensweise ohne weiteres möglich, was jedoch nicht ausschließt, dass man regelmäßig zum Arzt gehen sollte, um sich durchchecken zu lassen und die Blutwerte zu kontrollieren. In Hirse, Sesam, Banane, Haferflocken sind z.B. viele Nährstoffe drin, die für den Knochenaufbau wichtig sind.

  • Rita sagt:

    Hallo Fairtopia,

    ich bin im Moment Pescarierin und hätte sehr gerne von Euch ein paar Tipps zu Methoden wie man die Nährstoffe wie Omega 3 Fettsäure am einfachsten ersetzen könnte.

    Ich muss aber sagen, als gute Portugiesin fällt es mir sehr schwer, komplett auf Fisch zu verzichten, aber anderseits weiss ich wohl, dass Fische kein Gemüse sind…

    Vielen Dank!

    Rita

    • Chris sagt:

      Hi Rita
      Ich kenne das „Sich-gewohnt-sein“ sehr gut. Was mir half ist folgende Gegenüberstellung: Du verzichtest auf Fisch – der Fisch verzichtet auf sein Leben.
      Da war für mich klar, dass mein „Opfer“ lächerlich klein war im Gegensatz zu dem des Fisches/der x Billionen Fische, die jährlich aus dem Meer geholt werden und jämmerlich ersticken oder von den Netzen zerschnitten werden…
      Die wichtige Omega-3 Fettsäure kannst du easy ersetzen durch Baumnüsse, frisch gequetschte Leinsamen im Salat, Leinöl (immer kühlen und vor Licht schützen) und Rapsöl. Geht ganz einfach.

      Gruss aus CH
      Chris

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