Veggie Street Day 2012 in Dortmund – die vegane Essensparade oder: Geht da nicht mehr?

Der Veggie Street Day 2012 in Dortmund platzte dieses Jahr aus allen Nähten. Schon im Jahr zuvor war der Andrang – erfreulicherweise – recht groß gewesen. Da neben den zahlreichen Besuchern auch sehr viele kleine und größere Stände den Veggie Street Day ausmachen, wurde er dieses Mal etwas großflächiger angelegt und so waren nicht nur rund um die Bühne am Reinoldikirchplatz Verkaufs- und Infostände aufgebaut, sondern auch etwas unterhalb der Kirche.
VSD 2012 größer
Das Programm hatte auch dieses Jahr vom Showkochen mit dem bekannten veganen Koch Björn Moschinski, dem starken Vegan Strength Team Germany sowie musikalischen Auftritten veganer Künstler und zahlreichen Infoveranstaltungen (zum Beispiel zum Thema „Vegane Küche für Kinder„) sehr viel zu bieten. Zu dem neuen Buch über vegane Ernährung bei Kindern, gibt es auch ein ausführliches Interview, das Michael Blatt mit der Autorin geführt hat.

VSD Bühne: Björn kocht vor Publikum

VSD 2012_Koch Moschinski bei der Arbeit

VSD 2012 Vegan Strength Team

VSD 2012 Emaline Delapaix

Da es natürlich viele vegane Köstlichkeiten zum Ausprobieren und ausgiebigem Schlemmen gab, waren auch die Menschenschlangen durchaus sehenswert. Teilweise reichten diese sehr weit, was dem allgemeinen, bunten Gewusel zeitweise eher ein Gefühl von beklemmendem Gedränge gab. Da wäre eine durchdachtere Planung bei der Verteilung der Stände wünschenswert, denn so verhindert die Warteschlange vorm Eisstand nicht den Blick in den Infostand oder in die Auslage des veganen Shops. Die Organisation von so einem Event wie den Veggie Street Day ist sicherlich kein Zuckerschlecken, aber die Frage, die sich uns aufzwängte war: Geht das nicht auch besser? Vielleicht wäre eine andere Location besser geeignet oder aber es sollte zumindest mehr Platz vorhanden sein. Eine bessere Planung der Stände würde es dann ermöglichen, dass alles mehr im Fluss statt dicht gedrängt wäre. Und schlussendlich: Warum geht es bei veganen Veranstaltung dieser Art oftmals als deutlicher Schwerpunkt immer nur ums Essen? Das haben wir uns schon des öfteren gefragt. Natürlich zählt die Ernährung zu einem der großen Themen, was den Veganismus betrifft, aber es beinhaltet doch auch weit mehr als nur dieses Thema. Dennoch scheint es gerade das vegane Essen zu sein (und vor allem das vegane Fastfood), dass das größte Interesse bei vielen Veganern weckt.

VSD 2012_ Vegado-Stand

VSD 2012_veganer döner

Das größte vegane Straßenfest Deutschlands konnte also wie auch in den Jahren zuvor mit reichlich Essensständen aufwarten. Wir probierten natürlich auch so manches der offerierten Leckereien. Einiges blieb uns aber auch verwehrt. So trafen wir an dem Dönerstand von Alles Vegetarisch auf eine unglaublich lange Warteschlange, die einerseits auf leckeren veganen Döner schließen lässt, andererseits überlegt man sich es aber dreimal, ob man sich über eine Stunde, mit hungrigem Magen in die pralle Sonne stellen will. Nach relativ kurzer Wartezeit hatten wir daher einen leckeren, veganen Burger von Seasons (einem Restaurant mit Sitz in Gelsenkirchen) in der Hand. Auch der nebenan angebotene, vegane Hotdog überzeugte uns geschmacklich. Ironischerweise, stand genau gegenüber ein Fritz-Limo-Stand der Currywurst aus Tierfleisch verkaufte (die Übergänge zwischen Veggie Street Day Aussteller und den restlichen Ständen in der Dortmunder Innenstadt waren zum Teil fast fließend, da musste der Besucher schon genau hinschauen). Nachdem wir uns durch den nicht enden wollenden Menschenstrom zum Senior Verde-Stand gekämpft hatten, kamen wir in den Genuss des leckeren Kaffees.

VSD 2012 veganer Döner

VSD 2012 Restaurant Seasons

Veggie Street Day 2012 Rohkost

VSD 2012 Currywurst

Doch selbstverständlich ging es uns nicht nur um das „große vegane Fressen“ ;), sondern wir schauten auch bei den Infoständen (beispielsweise Sea Shepherd und die uns noch unbekannte Tierrechtsorganisation Animal Equality und auch Bekleidungsshops (wie z.B. das Bekleidungssyndikat oder Greenality, wo es u.a. faire Biopullis und Shirts zu shoppen gab) vorbei.

VSD 2012 Vegetarian Shoes, vegane Schuhe

Veggie Street Day 2012_ Infostände

VSD 2012 Ärzte gegen Tierversuche

veggie Street Day 2012 Hof Butenland

Veggie Street Day 2012 Sea Shepherd

Veggie Street Day 2012 Peta

Fazit: Der VSD 2012 war etwas zu voll und dichtgedrängt, aber durchaus auch lecker und sehr informativ, allerdings auch zu ungeplant und unstrukturiert. Feststeht aber, dass der Veggie Street Day als das größte vegane Straßenfest Deutschlands nach wie vor einmal im Jahr ein Highlight der veganen Szene im Ruhrpott darstellt. Die Frage, die bleibt: Geht da nicht noch mehr? Das würden wir uns für den nächsten VSD in Dortmund wünschen.

VSD Veggie Street Day - Das vegane Straßenfest

VSD 2012 Dortmund

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