Wie klimafreudlich sind Getränkeverpackungen?

CO2-Bilanzen von Getränkeverpackungen

Menschen, denen das Wohl unseres Planeten am Herzen liegt, fragen sich immer wieder, welche Art von Getränkeverpackung eigentlich am klimafreundlichsten ist. Intuitiv tendiert man ja zu Glas, aber stimmt das überhaupt? Mitarbeiter des Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) sind dieser Frage nachgegangen.

Teilweise unerwartete Ergebnisse

Erstaunlicherweise ist der CO2-Asustoß bei der Produktion von Glasflaschen sehr hoch. Dieser wird lediglich von Aluminium- und Weißblechdosen übertroffen. Das liegt daran, dass die Herstellung von Glas sehr energieintensiv ist und Glasflaschen deutlich schwerer sind als PET-Flaschen oder Getränkekartons. Glas-Einwegsysteme sind daher keineswegs klimafreundlich.
Getränkeverpackungen CO2
Ganz anders sieht es aber bei Glas-Mehrwegsystemen aus. Pfandflaschen aus Glas weisen eine hervorragende CO2-Bilanz auf, da sie immer wider verwendet werden. Bereits ab der 6. Befüllung sind die Werte ähnlich wie bei PET-Flaschen. Pfandflaschen aus Glas werden aber 20-40 mal wiederverwendet, teilweise sogar noch häufiger.
Die schlechteste CO2-Bilanz weisen Aluminium- und Weißblechdosen auf – was keine wirkliche Überraschung darstellt. Ihr CO2-Ausstoß liegt sogar noch 20% über dem von Glas-Einwegsystemen.

Schlussfolgerung

Nachhaltig verpacken bedeutet wiederverwenden anstatt neu zu produzieren, denn es werden weniger Ressourcen verbraucht und auch der Energieverbrauch ist geringer. Dabei ist Glas die beste Wahl.
Sollte ein Mehrwegsystem jedoch nicht realisierbar sein, sind Getränkekartons eine gute Wahl, da immerhin Teile der Verpackung aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen.

Insgesamt ergibt sich folgende Rangfolge der Umweltfreundlichkeit von Getränkeverpackungen:

1. Mehrweg Glasflasche
2. Mehrweg Plastikflasche
3. Getränkekarton
4. PET-Flasche
5. Einweg Glasflasche
6. Weißblech- bzw. Aluminiumdose


Quelle der Berechnungen:
Dr. Thomas Lindenthal, Mag.a Michaela C. Theurl, Mag.a Theresia Markut
Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)
Doblhoffgasse 7/10
A-1010 Wien

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